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  Wenn Kinder die Themen der Erwachsenen tragen müssen Heute wird mein Enkel Lukas sechs Jahre alt. Vor einem Jahr durfte ich ihn an seinem fünften Geburtstag das letzte Mal sehen. Seitdem besteht ein Kontaktabbruch. An Tagen wie heute spüre ich natürlich den Schmerz einer Großmutter. Doch gleichzeitig beobachte ich etwas, das weit über meine persönliche Geschichte hinausgeht. Ein Thema, das mir in meiner Arbeit, in meinem Umfeld und im gesellschaftlichen Miteinander immer wieder begegnet: Kinder werden viel zu oft zu Trägern der ungelösten Themen von Erwachsenen. Dabei kommen Kinder mit einer Reinheit in diese Welt, die viele Erwachsene längst verloren haben. Sie denken nicht in Macht, Kontrolle oder Schuld. Sie lieben einfach. Sie verbinden sich einfach. Sie freuen sich einfach. Und genau deshalb trifft es mich immer wieder, wenn ich sehe, wie Erwachsene ihre Konflikte auf dem Rücken ihrer Kinder austragen. Bei Trennungen werden Kinder zu Vermittlern gemacht, zu Botschaftern, zu ...
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  Andersart – oder die Kunst, sich selbst nicht zu verlassen Lange Zeit habe ich geglaubt, mein Leben sei geprägt von Trennungen. Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich Kontaktabbrüche, Abschiede, Menschen, die gegangen sind, und Türen, die sich geschlossen haben. Meine Ursprungsfamilie. Später die Trennung von meinen erwachsenen Kindern und ihren Familien. Und viele Situationen dazwischen, in denen ich das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören. Früher habe ich mich gefragt, warum. Heute stelle ich eine andere Frage. Nicht mehr: „Warum wurde ich ausgeschlossen?“ Sondern: „Warum fällt es Menschen oft so schwer, sie selbst zu sein?“ Wenn ich ehrlich bin, begann diese Beobachtung schon in meiner Schulzeit. Während viele sich an den Beliebten orientierten, interessierten mich die Menschen, die am Rand standen. Diejenigen, die gehänselt wurden. Diejenigen, die nicht dazugehörten. Diejenigen, die als schwierig, komisch oder rebellisch galten. Mich interessierte nie zuerst die Frage, warum jem...
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  Komplexes Trauma: Meine Geschichte hinter den Worten Wenn das Leben alles nimmt – und ich trotzdem weitergehe Es gibt Geschichten, die man nicht freiwillig erzählt. Geschichten, die man nicht einmal sich selbst eingestehen möchte, weil sie zu groß, zu schwer, zu schmerzhaft sind. Und doch sind es genau diese Geschichten, die uns formen. Die uns zu dem machen, was wir heute sind. Dies ist eine solche Geschichte. Meine Geschichte. Der Moment, in dem alles zerbrach Vor vierzehn Jahren bekam ich die Diagnose, die niemand hören will. Krebs. Fortgeschritten. Ein Wort, das wie ein kalter Metallgegenstand im Raum liegt. Ein Wort, das alles verändert. Ich kämpfte. Ich hielt durch. Ich machte Chemo, während mein Körper brannte und mein Geist versuchte, nicht zu zerbrechen. Und genau in dieser Zeit – in der verletzlichsten Phase meines Lebens – passierte etwas, das tiefer schnitt als jede Nadel, jede Infusion, jede Nebenwirkung. Meine Ursprungsfamilie verabschiedete sich. Nicht mit Worten. ...