Meine Krebserkrankung 2012 – und wie sie mich zurück ins Leben geführt hat
Vor meiner Diagnose – das Leben davor
Bevor die Diagnose mein Leben auf den Kopf stellte, war ich ein Mensch, der scheinbar frei und unbeschwert durchs Leben tanzte. Ich war wild, unternehmenslustig, immer unterwegs, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer, dem nächsten Impuls, dem nächsten „Mehr“. Ich liebte es, rank und stark zu sein, mich leicht zu fühlen, mich durch die Welt zu bewegen, als gäbe es keine Grenzen.
Nach außen wirkte ich frei von Sorgen. Innerlich jedoch war ich oft auf der Flucht. Auf der Flucht vor mir selbst, vor alten Wunden, vor dem, was ich nicht fühlen wollte. Ich suchte ständig nach Neuem, nach Bewegung, nach Veränderung – und gleichzeitig suchte ich unbewusst nach einem Ort, an dem ich endlich ankommen konnte.
Ich war voller Leben, voller Energie, voller Tatendrang. Doch tief in mir gab es eine leise Stimme, die ich lange überhörte. Eine Stimme, die mich rief, langsamer zu werden. Hinzu spüren. Hinzu fühlen. Hinzu mir.
Damals wusste ich nicht, dass das Leben mir eine Erfahrung schicken würde, die mich genau dorthin führen sollte.
☀️ WICHTIG: Vertraue immer ins Leben! 🌎
2012 erhielt ich dann eine Diagnose, von der ich nie gedacht hätte, dass sie mich jemals betreffen würde: Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Eine Nachricht, die mich wie ein Schlag traf – und das ausgerechnet am Geburtstag meines Sohnes. Ein Moment, der alles zum Stillstand brachte und gleichzeitig alles in Bewegung setzte.
Heute, viele Jahre später, weiß ich: Diese Erfahrung war eine der größten Möglichkeiten meines Lebens. Sie hat mich erschüttert, geöffnet, verwandelt. Und ja – ich bin in der Tiefe dankbar dafür.
Wie alles begann
Ich war nie der Mensch, der dachte: „Mich trifft so etwas.“ Doch als meine Schwester ihre Diagnose erhielt, ging ich zur Vorsorge – eher aus Pflichtgefühl als aus echter Sorge. Und dann stand ich selbst da, mit derselben Diagnose. Fortgeschritten. Real. Unübersehbar.
Ich ging nicht sofort ins Krankenhaus. Ich brauchte Zeit. Zeit, um zu atmen. Zeit, um zu fühlen. Zeit, um ohne Panik zu entscheiden, wie mein Weg aussehen sollte. Auch gegen den Druck der Ärzte und meinem Umfeld entschied ich mich für mein eigenes Tempo. Für meinen Rhythmus. Für meinen Körper.
Die Begegnung mit meinen tiefsten Ängsten
Diese Zeit brachte mich mit allem in Berührung, was ich jahrelang weggeschoben hatte: Existenzängste, Todesängste, die Angst, alles zu verlieren – und die Angst, mich selbst zu verlieren.
Und gleichzeitig öffnete sie eine Tür, die ich vorher nie betreten hatte.
Im Krankenhaus versöhnte ich mich mit meinem Tumor. Ich erkannte: Er ist nicht mein Feind. Er ist eine Botschaft. Ein Hinweis. Ein Weckruf.
Ich nannte ihn Hugo. Und ja – wir unterhielten uns. Ich hörte zu. Ich fragte. Ich verstand.
Einträge aus meinem Krebstagebuch:
Der Krebs muss nicht besiegt werden - er muss nur verstanden werden! Das gilt im Grunde für jede Krankheit. Diesen Weg sollte man gehen und versuchen ihn zu verstehen. Die eigene Kraft nicht im Kampf gegen etwas zu verschwenden, sondern im Gehen für etwas sinnvolles einsetzen, nämlich für das Leben.
Leben! Mit all seiner Schönheit, Freude, Phantasie, Begeisterung. Es hilft nicht, gebannt auf etwas zu starren, das man loswerden möchte. Man muss sich dem zuwenden, was man haben möchte.
Aber auch den Begleitern (Angehörigen) - kommt eine wichtige "Mutmacher-Rolle" zu! Ein altes irisches Sprichwort sagt: "Zwei Drittel der Hilfe ist, Mut einzuflößen."
Deshalb: Macht Mut, wenn es darauf ankommt!
Hier sind zwei ganz einfache "Mutmach-Regeln", die helfen können:
Das Positive sichtbar machen: Knüpft an den Chancen an, die der Betroffene hat. Sagt ihm, was er schon alles erreicht hat, worauf er aufbauen kann oder welche Stärken er besitzt, den Mutmachen bedeutet nicht, die Dinge schönzureden.
Es bedeutet aber erst recht nicht, sich auf die Nagtivfaktoren zu konzentrieren.
Oft genügen kleine Gesten: "Mutmachen" ist Einstellungssache. Manchmal reichen schon einige Minuten verständnisvolles Zuhören/Lesen und ein liebenswürdiger Kommentar, um den anderen wieder aufzurichten.
Jetzt geht es wieder weiter:
Die schwerste und gleichzeitig wichtigste Zeit meines Lebens
Ich entschied mich, lange Zeit ganz alleine zu leben.
Ohne Ablenkung. Ohne Rollen. Ohne Erwartungen von außen.
Ich stellte mein Leben auf Reset.
„Was mich in dieser Zeit besonders erschütterte, war der Verlust meines Vaters. Er war mein Fels in der Brandung – und heute ist er mein Stern am Himmel.“
Die Chemo die ich antrat, brachte mich an meine körperlichen Grenzen. Sie hinterließ Schäden, die ich später mühsam wieder aufbauen musste. Für mich war es eine Behandlung, die bis an die Grenze des Überlebens ging.
sie war der Schlüssel. Sie brachte mich zu mir zurück. Sie war meine Überlebenschance.
Was sich durch diese Erfahrung verändert hat
Durch diese Zeit habe ich meinen Körper völlig neu kennengelernt. Ich begann seine Sprache wieder zu verstehen, seine feinen Hinweise wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Ich hörte ihm zu, statt ihn zu übergehen. Und je mehr ich ihm zuhörte, desto mehr erkannte ich, welch ein Wunderwerk er ist. Ich hörte auf, ihn zu kritisieren, zu bekämpfen oder zu bewerten. Ich versöhnte mich mit ihm – und sah seine Schönheit, so wie sie ist.
Gleichzeitig lernte ich, meinen Bedürfnissen wieder Raum zu geben. Ich begriff, dass unterdrückte Bedürfnisse irgendwann lauter werden – durch den Körper, durch die Seele, durch ein STOPP, das man nicht mehr ignorieren kann. Diese Erkenntnis führte mich zu einer tiefen Versöhnung mit mir selbst. Ich lernte mich neu kennen, von innen heraus, und verstand, dass alles zuerst in mir beginnt.
Mit dieser inneren Klarheit fand ich auch meinen Mut wieder. Ich drückte den Reset-Knopf meines Lebens. Ich gab nicht auf, obwohl Ärzte mir sagten, ich würde nie wieder arbeiten können und solle Rente beantragen. Stattdessen fand ich meinen eigenen Weg der Heilung. Ich öffnete mich alternativen Methoden, entdeckte meine Spiritualität neu und ließ meine medialen Fähigkeiten wieder zu. Ich erkannte, dass ich heilende Fähigkeiten in mir trage – Fähigkeiten, die gebraucht werden. Ich versöhnte mich mit dem Tod und fand gleichzeitig das wahre Leben in mir.
Mein Mindset veränderte sich radikal. Ich begann, aus der Fülle zu denken und zu leben. Ich entschied mich, online zu arbeiten, um Menschen zu sich selbst zu führen, damit sie erkennen, wer sie wirklich sind. Diese Begleitung wurde zu meiner Herzensaufgabe. Heute weiß ich jeden Morgen, warum ich aufstehe. Ich bin eine Lichtbotschafterin der Neuen Zeit – und ich erfülle meine Berufung in Liebe und Leichtigkeit.
Ich lernte, das Leben neu zu schätzen. Ich erkannte, dass es ein Geschenk ist, das nicht leichtfertig verspielt werden darf. Ich begriff, dass ich die Schöpferkraft meines Lebens bin. Dass niemand schuld ist. Dass es keine Schuld gibt. Nur Erfahrungen, die uns wachsen lassen.
Die Zeit danach: Wiederaufbau
Nach der Behandlung begann eine lange Phase der Regeneration. Die Chemo hatte tiefe Spuren hinterlassen. Ich holte mich energetisch und mit alternativen Methoden zurück ins Leben. Vier Wochen Schmerzklinik wurden zu einer wertvollen Zeit voller Erkenntnisse und Werkzeuge.
Immer wenn ich Gefahr laufe, in alte Muster zurückzufallen, taucht diese Zeit in mir auf – und richtet mich wieder aus.
Mein Humor – mein Rettungsanker
Eines war mir immer klar: Ich wollte meinen Humor nicht verlieren. Er war ein wesentlicher Bestandteil meiner Persönlichkeit und oft der einzige Lichtstrahl in Momenten, die fast unaushaltbar waren. Manchmal wurde er schwarz, manchmal zynisch, manchmal so schräg, dass andere irritiert schauten – aber genau dieser Humor hat mich durch Situationen getragen, in denen Worte, Trost oder rationale Gedanken nicht mehr reichten.
Er war mein Ventil, mein Schutzschild, mein Anker. Er half mir, Distanz zu schaffen, wenn alles zu nah kam. Er half mir, zu atmen, wenn die Angst zu groß wurde. Und er half mir, mich selbst nicht zu verlieren, wenn alles andere ins Wanken geriet.
Heute weiß ich: Dieser Humor war nicht Flucht. Er war Überlebenskunst. Er war meine Art, mitten im Sturm ein kleines Stück Himmel zu behalten.
Die Wahrheit über meine Grenzen
In dieser Zeit wurde mir schonungslos gezeigt, wie sehr ich mich in meinem Leben angepasst hatte. Harmonie um jeden Preis – das war lange mein unbewusstes Lebensmotto. Ich stellte mich selbst zurück, um Frieden zu bewahren, um niemanden zu enttäuschen, um stark zu wirken. Und ich setzte mich unermüdlich für andere ein, oft bis zur völligen Erschöpfung.
Besonders meine Arbeit mit Missbrauchsopfern aus destruktiven Kulten brachte mich an Grenzen, die kein Mensch dauerhaft tragen kann. Ich ging weit über das hinaus, was für einen Körper, eine Seele, ein Herz gesund ist. Ich trug Verantwortung für Menschen, die Schreckliches erlebt hatten – und vergaß dabei, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
Mein Körper zeigte mir das irgendwann sehr deutlich. Er sprach lauter, als ich hören wollte. Er stoppte mich, weil ich mich selbst nicht stoppte.
Und so musste ich die Verantwortung für all das ganz alleine übernehmen. Nicht aus Schuld, sondern aus Klarheit. Aus der Erkenntnis heraus, dass mein Leben, mein Körper, meine Seele nicht länger bereit waren, diesen Weg weiterzugehen.
Selbsterkenntnis – der radikalste Weg zurück zu mir
Selbsterkenntnis ist kein leichter Gang. Sie bedeutet, radikal an die Wurzel zu gehen. In dieser Phase meines Lebens waren Ausflüchte nicht mehr möglich. Wenn ich wirklich heilen wollte, musste ich hinschauen – ehrlich, ungeschönt, ohne Umwege. Und dieses Hinschauen blieb nicht ohne Konsequenzen.
Es führte im Außen zu großen Veränderungen, die nicht von allen verstanden wurden. Menschen reagierten mit Widerstand, Irritation oder sogar Gegenwehr, weil meine Veränderung ihre eigene Komfortzone berührte. Doch genau das war Teil des Weges: auszuhalten, dass andere mich nicht mehr einordnen konnten. Zu lernen, mir selbst treu zu bleiben, auch wenn es unbequem wurde.
Es ist eine große, aber unumgängliche Wahrheit: Wer sich selbst erkennt, verändert sich. Und wer sich verändert, löst im Außen Reaktionen aus. Doch nur wer diesen Prozess durchsteht, findet zu sich zurück.
Wisse – eine Botschaft an dein Herz
Dein Leben ist ein Geschenk. Ein kostbares, einmaliges, unverwechselbares Geschenk. Verschenke es nicht an den Schatten, an Zweifel, an alte Muster oder an Menschen, die dein Licht nicht sehen können. Stelle dich ins Licht – denn genau dort gehörst du hin. Dort, wo deine Seele atmen kann. Dort, wo du dich erinnerst, wer du wirklich bist.
Möge alles, was dir widerfährt, eine Chance der Neusortierung sein. Nicht als Strafe, nicht als Prüfung, sondern als Einladung. Eine Einladung, mutiger zu werden. Eine Einladung, in die Person hineinzuwachsen, die du in Wahrheit bist – frei, klar, kraftvoll, verbunden.
Das Universum meint es gut mit dir. Immer. Auch dann, wenn du es nicht sofort erkennen kannst. Auch dann, wenn der Weg dunkel erscheint. Auch dann, wenn du glaubst, du würdest fallen. Denn in Wahrheit wirst du gehalten – von etwas Größerem, Weiserem, Liebevollem.
Diese Erkenntnis bedeutet auch, sich selbst treu zu bleiben. Seinen eigenen Werten treu zu bleiben. Nichts festzuhalten, was nicht gehalten werden will. Loszulassen, was dich klein macht. Zu erkennen, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist – und dass das nichts mit Ego zu tun hat, sondern mit einem gesunden, notwendigen Selbstrespekt. Mit einem liebevollen, heilsamen Egoismus, der dich schützt und stärkt.
Wenn du diesen Weg gehst, erkennst du: Nichts ist unmöglich. Die Grenzen, die du einst hattest, beginnen sich zu weiten. Ein neues energetisches Feld öffnet sich – getragen von Lichtgestalten, von innerer Führung, von einer Weisheit, die dich begleitet. Du beginnst tiefer zu sehen. Tiefer zu fühlen. Tiefer zu verstehen.
Plötzlich schaust du in die Wirklichkeit deines Seins. Nicht in die Rolle, nicht in die Maske, nicht in die Erwartungen anderer – sondern in dein wahres, unverfälschtes, leuchtendes Selbst. Und das ist unbezahlbar.
Ja, man blickt später anders auf den Weg zurück. Man versteht Zusammenhänge, die man damals nicht sehen konnte. Man erkennt, warum manches notwendig war. Das ist normal. Alles ist ein Prozess. Manches braucht seine Zeit, seine Reife, seine innere Vorbereitung.
In Liebe Maritna 💚







Kommentare
Kommentar veröffentlichen